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IMO 2010 Kasachstan - Teilnehmerbericht
31. August 2010
IMO-Bericht 2010
Astana, Kasachstan
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Die IMO 2009 in Bremen
Medaillen und Jubiläumsfeierlichkeiten an der 50. Internationalen Mathematik-Olympiade
An der 50. Internationalen Mathematik-Olympiade in Deutschland gewannen Eben Freeman aus Männedort (ZH), Raphael Steiner aus Meltingen (SO), Hrvoje Dujmovic aus Neuenhof (AG) je eine Bronzemedaille. Clemens Pohle (18) aus Kirchdorf (AG) und Pascal Su (18) aus Rohr (AG) wurden mit einer Honourable Mention ausgezeichnet. Damit hat die Schweizer Delegation 2009 eines der besten Teamergebnisse der letzten 19 Jahren erreicht.
Von Claudia Appenzeller. Die 50. Internationale Mathematik-Olympiade (IMO) gab aus Schweizer Sicht in mehrfacher Hinsicht Anlass zum Feiern. Mit den 3 Bronzemedaillen von Eben Freeman (18), Kantonsschule Hohe Promenade, ZH, Raphael Steiner (19), Gymnasium Laufen, BL, Hrvoje Dujmovic (19), Kantonsschule Wettingen, AG und den beiden Honourable Mentions für eine vollständig richtig gelöste Aufgabe von Clemens Pohle (18), Kantonsschule Wettingen, AG, und Pascal Su (18), Alte Kantonsschule Aarau, AG, erreichten die Schweizer eines ihrer besten Teamergebnisse der letzen 19 Jahre. Jürg Bachmann (18), Kantonsschule Zürcher Oberland, ZH, zog punktemässig mit Pohle gleich und trug so ebenfalls zum guten Gesamtergebnis bei. Der Anlass faszinierte durch seine Grösse. Just zum 50. Jubiläum wurde bei der Länderanzahl die Hundertermarke gesprengt.
Grashüpfer am Zahlenstrahl und Probleme mit vielen Lösungen
Während zwei Halbtagen knobelten die Teilnehmenden über anspruchsvollen mathematischen Aufgaben, die nur mit viel Gehirnakrobatik zu lösen waren. Die schwierigste aber zugleich auch faszinierendste Aufgabe ging davon aus, dass ein Grashüpfer auf der Zahlengerade von Null aus nach rechts springen muss. Er bereitet 1000 verschieden lange Sprünge vor. Auf der Zahlengerade sind jedoch 999 Fallen aufgestellt, wobei keine Falle auf der Summe der Längen der Sprünge steht. Die Teilnehmenden mussten zeigen, dass der Grashüpfer seine Sprünge so anordnen kann, dass er nie in eine Falle tritt. Eine vollständig richtige Lösung gelang gerade mal 3 von 573 Jugendlichen, darunter einer deutschen Schülerin. Bereits vor der Ankunft der Jugendlichen hatten die Mitglieder der Jury, in der auch die Schweiz vertreten war, in einer anstrengenden Prozedur die „schönsten und originellsten“ Aufgaben aus den Bereichen Kombinatorik, Zahlentheorie, Algebra und Geometrie ausgewählt und übersetzt. „Für uns war die Schönste die Aufgabe 1 aus dem Bereich Zahlentheorie, da sie von uns gut und zudem unterschiedlich gelöst wurde!“, berichten Steiner, Pohle und Bachmann aus Bremen. Diese kreative Seite und die Tatsache, dass es anders als gemeinhin erwartet für die meisten Probleme viele Lösungen gibt, schätzen die Jugendlichen an dieser Art der Mathematik ganz besonders.
Multikulturelle Fussballteams und hochrangige Mathematiker
Der Sinn für Kommunikation und Gedankenspielerei zeigte sich auch in der Freizeit: „Wir lernten andere Leute und Kulturen kennen und spielten verschiedenste Kartenspiele aus aller Welt; im Gegenzug brachten wir anderen Jugendlichen das Jassen bei!“ berichten die Schweizer. Ausgesprochen innovativ war auch der traditionelle IMO-Fussballmatch: Die multikulturelle Teamzusammensetzung hätte wohl selbst die Diplomatie der UNO vor Neid erblassen lassen – oder wo sonst spielen Pakistan, Vietnam, Nord- und Südkorea gemeinsam in derselben Mannschaft? Ein Höhepunkt sei der Auftritt von sechs weltbekannten Mathematikern gewesen, welche als Jugendliche selbst erfolgreich an einer IMO teilgenommen hätten, schreibt Julian Kellerhals, der Präsident der Schweizer Mathematik-Olympiade. Alle sechs sind heute renommierte Forscher an verschiedensten Universitäten, Timothy Gowers, Jean-Christophe Yoccoz und Terence Tao, wurden gar mit der Fields Medal ausgezeichnet. Ob es auf das IMO-Erlebnis zurückgeht, dass gleich mehrere von ihnen in einem Blog Mathematikerinnen und Mathematiker aus der ganzen Welt dazu aufrufen, schwierige Probleme gemeinsam auf einer offenen Webplattform zu lösen?